»Die Vergangenheit kann man nicht ändern, sich selbst aber schon, für die Zukunft.«

Hans Fallada

Systemische Therapie

Die Systemische Therapie ist ein Therapieverfahren, welches die psychischen Probleme des Einzelnen im Kontext seines Systems betrachtet. Hierbei kann es sich um unterschiedliche Systeme handeln: Das System der Familie, des Arbeitsumfelds, der Schule oder Systeme anderer sozialer Bereiche.

Im Fokus liegen die Interaktionen der einzelnen Systemmitglieder untereinander. So können ungünstige Kommunikationsmuster oder belastete Beziehungen die psychische Gesundheit einzelner Systemmitglieder sehr einschränken und diese zum Symptomträger werden lassen.

Figuren auf Systemischem Brett. Aufstellung bei Systemischer Therapieverfahren


Wichtige Aspekte der systemischen Interventionen sind die Ressourcenstärkung, das Überdenken und Anpassen von Glaubenssätzen sowie der Einsatz von Visualisierungsmethoden.

Hier können unter anderem das Genogramm oder das Soziogramm zum Einsatz kommen.

Ein Genogramm bietet die Möglichkeit, unsere Familienbeziehungen, wiederkehrende Konstellationen oder auch Ereignisse abzubilden, die über Generationen hinweg Auswirkungen auf unsere Familie haben. Das Soziogramm kann die Qualitäten der Beziehungen innerhalb einer Gruppe aufzeigen. Mit dem Systembrett lässt sich beispielsweise eine Situation oder auch eine mögliche Veränderung visualisieren. Ebenso begleiten Systemische Fragen, wie Zirkuläre Fragen, Paradoxe Fragen und Reframing Fragen u.a. die Therapie.

Eine besondere Frage ist die Wunderfrage: „Angenommen eines Nachts passiert ein Wunder, und während Sie schlafen, wird Ihr Problem gelöst: Was wäre am nächsten Morgen anders, woran Sie merken würden, dass ein Wunder geschehen ist?“ (Die Wunderfrage ist ein Bestandteil der Lösungsfokussierten Kurztherapie, die in den 80er Jahren von den Psychotherapeuten Steve de Shazer und Insoo Kim Berg entwickelt wurde.)

Systemische Therapie kann sowohl im Einzelsetting als auch in der Gruppe stattfinden.

EMDR (Eye Movement Desensitization Reprocessing)

Die deutsche Übersetzung liest sich etwas sperrig: „Desensibilisierung und Verarbeitung mit Augenbewegungen“.

Was bedeutet das? EMDR ist ein in den 80er Jahren von Dr. Francine Shapiro (USA) entwickeltes Therapieverfahren zur Behandlung von traumatischen Erinnerungen. Über geleitete Augenbewegungen oder taktile Stimulation wird versucht, Verarbeitungsprozesse im Gehirn anzuregen.

Der Therapeut folgt hierbei einem standardisierten Protokoll unter aktiver Einbeziehung des Patienten. Eine stützende Intervention in der EMDR Therapie ist beispielsweise der „Sichere Ort“ oder die „Tresorübung“. Ziel der Therapie ist es nicht, eine einschneidende Erinnerung zu löschen. Vielmehr soll erreicht werden, dass der Patient seine Erinnerung besser tolerieren und gut damit leben kann.

Was ist ein Trauma? Ein Trauma entsteht durch ein belastendes Erlebnis, welches von der betroffenen Person nicht hinreichend seelisch verarbeitet werden konnte. Unfälle, Naturkatastrophen, Gewalterlebnisse aber auch Krankheit, psychischer und körperlicher Missbrauch oder Verlust einer nahen Bezugsperson können hierfür die Ursache sein. Eine solche Beeinträchtigung zeigt sich eventuell durch Symptome wie Flashbacks, Albträume, Übererregbarkeit, Vermeidung, Rückzug oder Ängste.

MHFA – Mental Health First Aid

MHFA Ersthelfer ist die deutsche Version des australischen Mental Health First Aid Programms.

Das Projekt MHFA Ersthelfer in Deutschland wurde am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim mit Unterstützung der Dietmar Hopp Stiftung GmbH ins Leben gerufen und wird inzwischen durch die Beisheim Stiftung begleitet.

Ziel des Programms: einer breiten Bevölkerung Wissen für psychische Gesundheit zu vermitteln. Stigmatisierendes Verhalten soll vermindert und das Vertrauen in die eigenen Helferkompetenzen gestärkt werden.

MHFA Ersthelfer sind ausgebildet und trainiert, konkrete Erste-Hilfe-Maßnahmen bei sich entwickelnden psychischen Gesundheitsproblemen und bei akuten psychischen Krisen anzuwenden.
 

Einsatz von Virtual Reality

Virtual Reality ist eine Option in der begleitenden Behandlung von Ängsten, Phobien und Traumafolgen während einer Psychotherapie.

Einsatz von Virtual Reality in der Psychotherapie. Mädchen mit VR Brille.

Im geschützten Raum der Praxisräumlichkeiten ist es möglich, einer virtuell dargestellten, angstbesetzen Situation zu begegnen und zu lernen, aufkommende Gefühle von Angst oder Unwohlsein zu überwinden. Ermöglicht wird dies durch die Verwendung einer VR-Brille, mit deren Hilfe in eine Situation geleitet wird, die der Wirklichkeit sehr nahekommt.

Virtual Reality lässt sich ebenfalls für Konzentrations- und Achtsamkeitsübungen sowie für Entspannungsinterventionen nutzen.

Anbei ein Link für weitere Informationen bzgl. Einsatz von Virtual Reality im Rahmen einer Psychotherapie.

www.aerzteblatt.de

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